Kinder- und Jugenddorf Klinge, Seckach | Deutschland
Wie baut man Heimat? Ein neues Zuhause für Kinder und Jugendliche, die aus ihren Familien herausgenommen werden müssen. Die also ihr Heim, ihren Platz in der Welt, verloren haben. Was braucht es, um sie in einer neuen Umgebung heimisch zu machen? Ihnen eine neue Orientierung zu geben, indem man ihnen einen neuen Lebensmittelpunkt, eine neue Heimstatt, gibt. Das sind die Fragen, denen sich die Architekten Dea Ecker und Robert Piotrowski zu stellen hatten, als sie mit den Erweiterungsbauten des Kinder- und Jugenddorfes Klinge in Seckach betraut wurden.
Zwei Wohnhäuser bilden das neue Ensemble. Eines legt sich U-förmig um einen offenen Hof, das andere schließt den Platzraum zur vierten Seite hin ab. Ein Raum, ein Ort ist markiert. Ein Stück Welt nach vier Seiten definiert. Die großen Walmdächer der beiden Wohnhäuser sind an den Schmalseiten tief hinunter gezogen. Sie sind Schutzdächer im besten Sinne und wiederholen den Rhythmus der Landschaft, die von den Ausläufern des Odenwalds geprägt ist. Die aus den Dachvolumen herausragenden Türme, es sind die Oberlichtkanonen der Treppenhäuser, vermitteln der Architektur wiederum einen individuellen Charakter. Es sind markante Zeichen, die den Häusern eine auffällige Prägung verleihen. Auch das gewählte Baumaterial – Holz – trägt zur Verortung, zum Heimischwerden, bei. Es ist ein warmes, anschmiegsames Material, das bei den Nutzern vor allem positive Resonanzen weckt. Es altert gemeinsam mit den Bewohnern, wird reifer, erwachsener, gewinnt Patina. So wird es mit der Zeit zum Spiegel derer, die mit ihm leben.
Jedem Jugendlichen des neuen Kinder- und Jugenddorfes steht ein eigenes Zimmer zur Verfügung. Organisiert sind sie, jeweils zu acht, in drei eigenen Wohngruppen-Trakten. Die drei betreuenden Familien leben in separaten Einheiten. Der Zugang erfolgt getrennt voneinander – jedoch über den gemeinsamen Hof. Intern existieren Verbindungstüren zwischen den Wohngruppen und den Familienwohnungen. Sie liegen in den Treppentürmen, die jeweils auch nach außen den Übergang symbolisch markieren. Darüber hinaus sind jeder Wohngruppe wie auch den Betreuungsfamilien eigene, geschützte Außenbereiche zugeordnet, die als tiefe Loggien ausformuliert sind und die jeweils vorhandenen Gemeinschaftsräume – Küche, Wohn- und Esszimmer – nach Außen erweitern. Passend zur natürlichen Material- und Farbsprache ihrer Architektur wählten Ecker und Piotrowski Lichtschalter, Steckdosen, Temperaturregler, Jalousietaster und Türkommunikationselemente aus dem Designprogramm A FLOW von JUNG. Mit seinen charakteristischen, leicht abgerundete Kanten und der optisch wie haptisch anschmiegsamen Farbgebung in Anthrazit fügt sich das Programm harmonisch in das Gesamtkonzept der Architektur ein.
Ort |
Seckach, Deutschland |
|---|---|
Design |
|
Architekt |
Ecker Architekten PartG mbB |
Elektro-Planer |
IB Metzger |
Installateur |
Elektro Weis GmbH |
Verwendete Designs und Technologien
A FLOW in Anthrazit (matt)
Die Formgebung von A FLOW fügt sich harmonisch in unterschiedlichste Einrichtungsstile ein. Das neue Programm der Serie A ist ideal geeignet für das junge Wohnen.