Auf den Wöörden, Hamburg | Deutschland
Das 1928 erbaute Rotklinker-Doppelhaus in Hamburg Volksdorf befand sich nach dreijährigem Leerstand in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Neben der Fassaden- und Dachsanierung sowie der Erneuerung der Fenster, Heizungs- und Elektroanlagen und aller Bäder war der Neubau eines modernen Anbaus prägender Bestandteil der Kernsanierung. Die Bauherrin und Innenarchitektin Sarina Möhle achtete bei der Sanierung vor allem auf den respektvollen Umgang mit der wertvollen Bausubstanz. Das Gebäude ist Teil einer erhaltenswerten Siedlung, die Ende der 1920er-Jahre errichtet wurde. Damals wurden drei verschiedene Typen von Doppelhäusern entwickelt. Die mittig auf den großen Grundstücken angeordneten Häuser führten zu der ortstypischen, üppigen Durchgrünung des Wohngebiets. Roter Klinker und Dacheindeckungen aus roten Tonziegeln sind die prägenden Baumaterialien. Alle Reihenhäuser wurden mit einem Hochparterre ca. 1,10 Meter über dem Gartenniveau errichtet und verfügen über Terrassen auf der Westseite. Die Fassaden weisen Erker und Ziermauerwerk auf, die ebenfalls erhaltenswert sind.
Da das Bestandsgebäude „Auf den Wöörden 23“ mit 85 Quadratmetern Fläche zu wenig Wohnraum für die vierköpfige Familie bot, wurde ein zusätzlicher eingeschossiger Anbau in Holzrahmenbauweise errichtet. Der Neubau an der Nordwestfassade nimmt die Breite der Doppelhaushälfte auf und setzt sich optisch durch eine verglaste Fuge als neuer Hauseingang ab. Im Anbau befinden sich nun der Ess- und Wohnbereich sowie ein Gästezimmer, ein Duschbad und die Garderobe. Im Erdgeschoss ist eine offene Küche über einen Wanddurchbruch in der Außenwand des Doppelhauses mit den Wohnbereichen im Anbau verbunden. Außerdem befindet sich im Erdgeschoss das Elternschlafzimmer mit Elternbad. Das Obergeschoss mit den Kinderzimmern wird über die ursprüngliche, halbgewendelte Treppe erschlossen. Im Keller sind ein Hobbyraum, ein Heizungs- und ein Hauswirtschaftsraum untergebracht.
Die Innenwände bestehen aus Ziegelmauerwerk und nichttragenden Schlackenwänden. Neue Innenwände wurden in Leichtbauweise eingezogen. Die Inneneinrichtung ist geradlinig und aufgeräumt. Tür- und Fensterprofile, Sockelleisten sowie die Holzeinfassung des neuen Durchbruchs sind in ihrer Form stark reduziert und setzen auf die flächige Wirkung des jeweiligen Materials. Passend dazu wurden Schalter und Steckdosen aus dem puristischen Programm LS 990 von JUNG in Alpinweiß gewählt. Die Mehrfachrahmen mit Flächenschaltern, Thermostat und Steckdosen wirken elegant und zurückhaltend. Die rote Klinkeraußenwand, die nun Teil des Innenraums ist, bricht die Strenge des neuen Designs und verleiht dem Raum ein besonderes Flair.
Es ist ein attraktives Wohnhaus entstanden, dessen Architektur den Spagat zwischen dem fast 100 Jahre zurückliegenden Baujahr und den Anforderungen an modernes Wohnen mit Bravour meistert. Das Gebäude bietet jeglichen modernen Komfort, ohne seinen Ursprung zu verleugnen. Der Anbau wird als moderne Ergänzung wahrgenommen, dominiert aber in seiner städtebaulichen Präsenz nicht den Bestand.
Ort |
Hamburg, Deutschland |
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Design |
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Architektur |
Sarina Möhle Innenarchitektur |
Elektroinstallation |
Höhns & Lange Elektrotechnik GbR |
Verwendete Designs und Technologien
LS 990 in Alpinweiß
Durch hohe Qualität und eine klare Form bewährt sich LS 990 seit rund 50 Jahren. Die klassische Ausführung dieses Schalters mit seinem schmalen Rahmen passt harmonisch in jede Umgebung. Puristische Eleganz in Duroplast oder Echtmetall gibt bei dieser Serie den Ton an. Dank des großen Funktionsspektrums sind vielseitige Anwendungen möglich. So lassen sich architektonisch anspruchsvolle Vorstellungen konsequent verwirklichen. Die Rahmen 1- bis 5fach sind waagerecht und senkrecht einsetzbar.