Elektroinstallation im Holzbau
Sichtbar, integriert, vernetzt
Sichtbare Tragwerke, präzise Materialität und technische Infrastruktur stehen im Holzbau in enger Beziehung zueinander. Drei Referenzprojekte mit Lösungen von JUNG zeigen unterschiedliche Ansätze, Gebäudetechnik im Holzbau gestalterisch und funktional zu integrieren: Schalter und Steckdosen, die zurückhaltend in Wand- und Materialoberflächen eingebunden sind, Aufputzinstallationen, die als Gestaltungselement sichtbar geführt werden, sowie vernetzte KNX- und Smart-Home-Anwendungen.
Holzbauten zeichnen sich oft durch einen bewussten Umgang mit Konstruktion und Materialität aus. Sichtbare Tragwerke, natürliche Materialien und präzise gefügte Bauteile prägen dabei nicht nur den räumlichen Ausdruck, sondern beeinflussen auch den Umgang mit technischen Komponenten im Gebäude. Gerade dort, wo Materialität und konstruktive Logik bewusst ablesbar bleiben, wird die Integration der Gebäudetechnik zu einer planerischen Aufgabe, die weit über reine Funktionalität hinausgeht.
JUNG bietet für jegliche Anforderungen im Holzbau passende Lösungen – von flächenbündig integrierten Schalterprogrammen wie LS 990 für reduzierte Innenraumkonzepte über sichtbar geführte Aufputzinstallationen mit den Programmen LS CUBE oder A CUBE bis hin zu intelligenten Gebäudesystemen für vernetzte und energieeffiziente Konzepte. So können Bedienstellen und Schalter je nach Entwurfsansatz in Materialoberflächen zurücktreten, gezielt Akzente setzen oder als sichtbare technische Ebene die Konstruktion ergänzen. Für die Vernetzung technischer Funktionen kommen KNX-basierte Systeme mit Bedienstellen wie LS TOUCH oder F 40 Tastern zum Einsatz. Mit JUNG HOME lassen sich darüber hinaus smarte Funktionen auf Basis einer konventionellen 230-Volt-Installation integrieren, beispielsweise etwa zur Steuerung von Licht, Beschattung oder zur Erfassung und Optimierung von Energieverbräuchen.
Wie unterschiedlich sich Holzbau und Gebäudetechnik miteinander verbinden lassen, zeigen drei aktuelle JUNG Referenzprojekte: ein ressourcenschonendes Holzwohnhaus in Hanglage, ein Gesundheitszentrum in Massivholzbauweise mit vernetzter Gebäudetechnik und ein mobiler Lernraum, bei dem Material und technische Infrastruktur Teil des pädagogischen Konzepts sind. Sie verdeutlichen, wie sich Architektur, Material und Elektroinstallation im Holzbau zu unterschiedlichen, jeweils projektspezifischen Lösungen zusammenfügen.
Zu den JUNG Referenzen: https://www.jung-group.com/de-DE/Produkte/Anwendungen/Referenzen/
Haus am Hang, Erlenbach
Der Holzbau von dury et hambsch architektur am Rand des Biosphärenreservats Pfälzerwald denkt Materialeinsatz, Konstruktion und den Eingriff in die Landschaft konsequent zusammen. Mit dem Schalterprogramm LS 990 in Graphitschwarz matt ist die Elektroausstattung zurückhaltend in das reduzierte Raumkonzept eingebunden.
Der aufgeständerte Holzbau steht auf abgetreppten Fundamentstreifen – ein bewusster Eingriff, der den Boden schont, kaum Fläche versiegelt und zum Erhalt des natürlichen Geländes beiträgt. Das Haus ist vollständig in Holzbauweise mit einer Tragstruktur aus heimischer Douglasie in Vollholz realisiert. Die sekundäre Tragstruktur ist aus Bauholz Fichte ausgebildet. Gleiches gilt für die Wände in Holzrahmenbauweise, die das Tragwerk ergänzen und die Gebäudehülle organisieren. Den oberen Abschluss bildet eine Sparrenkonstruktion aus Bauholz Fichte. Im Inneren wird die konstruktive Logik durch eine materialbewusste Ausbauwahl weitergeführt: Ausbau und Möbel sind in Seekiefer ausgeführt, die Fenster als eigenständiges Bauteil in Lärche. So entsteht ein Aufbau, der nicht auf Gleichförmigkeit setzt, sondern auf präzise Zuordnung von Material und Aufgabe, vom Fundament bis zur Dachkonstruktion. Alle Elemente wurden in einer reversiblen Bauweise gefügt. Schraubverbindungen erlauben einen sortenreinen Rückbau und spätere Wiederverwendung oder Recycling.
Im Zentrum des Wohngebäudes liegt ein großzügiger Aufenthaltsraum, der sich weit zur Landschaft öffnet. Seitlich angeordnet sind private Bereiche wie Bad, Schlafzimmer und ein Atelier, das bei Bedarf durch das Einfügen einer Trennwand in zwei zusätzliche Schlafräume umgewandelt werden kann. Die Architektursprache ist reduziert. Sichtbares Tragwerk, präzise gesetzte Öffnungen und eine zurückhaltende Materialpalette erzeugen eine Atmosphäre, die gleichermaßen robust und warm wirkt. Licht fällt gefiltert durch die Holzrahmenkonstruktion in den Raum und verändert im Tagesverlauf die Wahrnehmung der Oberflächen. Die technische Ausstattung folgt der konstruktiven Klarheit des Entwurfs. Zum Einsatz kommt das Schalterprogramm LS 990 in Graphitschwarz matt von JUNG. Mit seiner reduzierten Geometrie und der matten Oberfläche fügt sich der Schalter selbstverständlich in die Holz- und Wandflächen ein. Der dunkle, matte Ton setzt einen ruhigen, sachlichen Kontrast zur warmen Materialität des Innenausbaus, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Das Haus am Hang ist nicht nur eine Antwort auf die architektonische Herausforderung des Hangbaus, sondern thematisiert auch drängende Fragen der Nachhaltigkeit und Ressourcenverantwortung. Durch den geringen Flächenverbrauch, den Einsatz nachwachsender Rohstoffe und die konstruktive Reversibilität wird ein Beitrag zur zukunftsfähigen Bauweise geleistet. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit Anerkennungen beim Holzbaupreis Rheinland-Pfalz 2024 und dem Publikumspreis beim Häuser Award 2025.
Zur Referenz Haus am Hang: https://www.jung-group.com/de-DE/Haus-am-Hang-Erlenbach-Deutschland/103580
Gesundheitszentrum F1c, Abensberg
Das von Holz100 Bayern geplante Gesundheitszentrum F1c verbindet Massivholzbau, regenerative Energieversorgung und vernetzte Gebäudetechnik innerhalb eines integralen Gebäudekonzepts. Zum Einsatz kommen KNX-basierte Lösungen von JUNG mit LS TOUCH, F 40 Tastern sowie LS 990 in Alpinweiß und Graphitschwarz matt.
Das Gesundheitszentrum F1c in Abensberg vereint medizinische Versorgung, Büroflächen und ein konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Gebäudekonzept unter einem Dach. Der zweigeschossige Neubau mit rund 700 qm Nutzfläche wurde von dem Planungs- und Holzbauunternehmen Holz100 Bayern in Massivholzbauweise errichtet und kombiniert regenerative Energieversorgung mit einer vernetzten Gebäudetechnik auf KNX-Basis.
F1c übernimmt Funktionen der medizinischen Grundversorgung und ist komplett barrierefrei erschlossen. Die Innenräume sind durch sichtbare Holzoberflächen geprägt, die Materialität bleibt in vielen Bereichen ablesbar. Tageslichtführung, natürliche Oberflächen und eine reduzierte Materialpalette bestimmen die Atmosphäre der Praxis- und Arbeitsräume. Alle verwendeten Materialien wurden mit Blick auf Rückbaubarkeit und Wiederverwendung ausgewählt. Die Konstruktion basiert auf mechanisch verbundenen Vollholzelementen und kommt ohne Leime oder synthetische Zusatzstoffe aus. Die Außenwände erfüllen die Anforderungen der Cradle to Cradle Gold-Zertifizierung. Ziel der Planung war ein Gebäude, dessen Materialien nach dem Lebenszyklus sortenrein getrennt und erneut verwendet werden können.
Das Energiekonzept basiert auf einer Kombination aus Photovoltaik, Wasserstoffspeicherung und Geothermie. Überschüssige Energie der Photovoltaikanlage wird in einem Wasserstoffspeicher gespeichert und kann saisonal genutzt werden. Ergänzt wird das System durch einen Ringgrabenkollektor in Verbindung mit einer Erdwärmepumpe zur Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes. Dadurch kann das F1c weitgehend unabhängig von externen Energienetzen betrieben werden. Für die Gebäudeautomation wurde ein KNX System von JUNG eingesetzt. Die Steuerung technischer Funktionen erfolgt unter anderem über F 40 Taster sowie LS TOUCH Bedienstellen. Zum Einsatz kommen außerdem Schalter und Steckdosen des Programms LS 990 in Alpinweiß und Graphitschwarz matt. Die Elektroinstallation fügt sich mit ihrer reduzierten Formensprache in das architektonische Konzept des Gebäudes ein.
Das F1c zeigt einen Ansatz, bei dem konstruktiver Holzbau, regenerative Energieversorgung und medizinische Nutzung innerhalb eines integralen Gebäudekonzepts zusammengeführt werden. Die Planung orientiert sich dabei an langlebigen Materialien, einem reduzierten Ressourceneinsatz und einer möglichst unabhängigen technischen Infrastruktur.
Zur Referenz F1c Gesundheitszentrum: https://www.jung-group.com/de-DE/Gesundheitszentrum-F1c-Abensberg-Deutschland/104558
w∞d.ii - Mobiler Lernraum und Materiallabor, Stuttgart
Mit w∞d.ii entwickelte die WoodenValley gGmbH einen mobilen Lernraum, der Materialien, Ressourcen und technische Infrastruktur unmittelbar erfahrbar macht. Sichtbar geführte Elektroinstallationen mit A CUBE, Schalter und Steckdosen des Programms A 550 in Anthrazit matt sowie JUNG HOME werden dabei selbst Teil des räumlichen und didaktischen Konzepts.
Der mobile Lernraum w∞d.ii ist als transportfähiges Holzmodul konzipiert. Das Gebäude kann temporär an wechselnden Standorten eingesetzt werden und schafft einen eigenständigen Raum für ergänzende Bildungsangebote und Workshops, in denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene partizipatives, erfahrungsbasiertes und selbstwirksames Lernen praktisch erleben.
Der modulare Baukörper ist in Holzbauweise ausgeführt. Konstruktion, Ausbau und Oberflächen greifen ineinander und machen den Werkstoff sowohl technisch als auch atmosphärisch erlebbar. Außen präsentiert sich das Modul als einfaches Volumen mit präzise gefügter Holzfassade. Die Abmessungen und die aerodynamisch optimierte Form von w∞d.ii sind für den Straßenverkehr ausgelegt. Rundungen an Ecken sowie das geneigte Dach verbessern die Luftströmungseigenschaften während des Transports.
Im Inneren prägen sichtbare Holzoberflächen, großzügige Fensteröffnungen und eine flexible Möblierung den Raum. Es dominieren Naturmaterialien, Holz in Wänden, Decken und Möbeln sowie Lehm für Heizelemente. Die Möblierung ist funktional und vielseitig konzipiert, mit integriertem Stauraum für Arbeitsmaterialien und technischen Komponenten wie Batterien, Schaltschrank und Wechselrichter. Eine feste Wasserversorgung besteht nicht; stattdessen wird gesammeltes Regenwasser genutzt, um Wasserkreisläufe sichtbar und praktisch nachvollziehbar zu machen – unter anderem über eine integrierte Pflanzenkläranlage, die den Umgang mit Ressourcen unmittelbar erfahrbar macht. Alle Materialien wurden nicht nur gestalterisch, sondern auch hinsichtlich Herstellungsenergie, CO₂-Fußabdruck, Umweltpolitik der Produzenten, Rezyklatanteil, Zertifizierungen und möglicher Produkt-als-Service-Modelle untersucht. Bevorzugt kamen natürlich gewonnene, recycelte, klimafreundlich produzierte und möglichst lokal bezogene Baustoffe zum Einsatz.
Ein prägendes Element des Innenraums ist auch die sichtbar geführte Elektroinstallation. Die Leitungen sind bewusst in Kabelkanälen auf den Wänden montiert, flexibel zugänglich und Teil des didaktischen Konzepts, versinnbildlicht durch das Aufputzgehäuse A CUBE. Für alle Schalter und Steckdosen der Programme A CUBE und A 550 wurde die Oberfläche Anthrazit matt gewählt. Das Material besteht zu 95 % aus Rezyklat wiederverwerteter Kunststoffabfälle. Die anthrazitfarbene Oberfläche bildet einen klaren Kontrast zu den warmen Holztönen. Zusätzlich kommt die smarte Technologie JUNG HOME zum Einsatz. JUNG HOME basiert auf der herkömmlichen 230-Volt-Installation und kann mit klassischen Systemen kombiniert werden. Die smarte JUNG HOME SCHUKO® Steckdose Energy ermöglicht per App das Ablesen und Steuern des Energieverbrauchs.
w∞d.ii befindet sich in kontinuierlicher Weiterentwicklung. Neue Materialien und konstruktive Lösungen werden laufend integriert und im Betrieb überprüft. Der mobile Lernraum ist damit nicht nur ein Ort des Wissensaustauschs, sondern auch ein reales Testfeld für zukunftsfähiges Bauen.
Zur Referenz w∞d.ii: https://www.jung-group.com/de-DE/w-d.ii-Mobiler-Lernraum-und-Materiallabor-Deutschland/103589
Bildmaterial:
Alle gezeigten Bilder sowie weitere Referenzfotos können kostenfrei unter Angabe des Copyrights redaktionell verwendet werden. Alle Abbildungen sind ausschließlich im Rahmen einer Berichterstattung zum Unternehmen JUNG frei zu verwenden. Darüber hinaus gehende Nutzungsformen (Cover, Beiträge ohne Bezug zu JUNG) bedürfen einer gesonderten Absprache mit den Rechteinhabern.
Download: https://jung.canto.de/b/JRJI9
Bildnachweise:
Haus am Hang: © Architektur: dury et hambsch, Foto: Sebastian Schels
F1c Gesundheitszentrum: © Architektur und Foto: Holz100 Bayern
w∞d.ii: © Architektur: WoodenValley gGmbH, Foto: Henrik Schipper
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