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JUNG ist seit 2021 leidenschaftlicher Partner des Deutschen Lichtdesign-Preises

Elf Gewinner und drei Sonderpreise beim Deutschen Lichtdesign-Preis 2022

Über 400 Gäste trafen sich am 30. Juni 2022 bei der Gala zur Verleihung des Deutschen Lichtdesign-Preises im Hannover Congress Centrum.

Nominiert in elf Kategorien waren 35 Projekte aus 85 Wettbewerbseinreichungen. Zusätzliche Gewinner gibt es bei dem Nachwuchspreis, dem Ehrenpreis der Jury für Harald Hofmann und natürlich beim Lichtdesigner des Jahres, mit dem die unabhängige Jury das Hamburger Büro Licht 01 auszeichnete.

Neben bekannten Lichtdesign-Büros wie jack be nimble, Belzner Holmes und Partner, Licht Kunst Licht, Andres + Partner, Arup, Cybulska + Partner, Licht 01, agLicht, Lichtvision, Tropp Lighting Design, Schlotfeldt Licht, Lichtkompentenz, Konzeptlicht lighting solutions GmbH und Kardorff Ingenieure, die sich seit 12 Jahren regelmäßig an dem signifikanten Branchen-Wettbewerb beteiligen, gab es auch einige Erstteilnehmer, von denen manche prompt nominiert wurden. Erstteilnehmer Tobias Ziegler von TBSZGLR aus Berlin konnte sich sogar über einen Preis freuen, denn er setzte sich in der Kategorie „Projekt mit künstlerischem Hintergrund“ durch. „Touching Night Skies“ beschäftigt sich mit der menschlichen Erfahrung angesichts der Helligkeit des urbanen Nachthimmels.

Der Nachwuchspreis ging an studioteilchenwelle aus Karlsruhe. Deren temporäre Lichtinstallation „building dawn“ war in der Kategorie Projekte mit künstlerischem Hintergrund nominiert. Eine weitere Nominierung gab es für die Beleuchtung des Firmenstandorts der Netzstrategen Karslruhe im Kreativpark Alter Schlachthof. Für den Nachwuchspreis wählte die Jury innerhalb aller nominierten Projekte ein Büro, das vor nicht mehr als drei Jahren gegründet wurde.

www.lichtdesign-preis.de

Haller Haus Hamburg

Gewinner in der Kategorie Öffentliche Bereiche | Innenraum

Lichtplanung: licht01
Katja Winkelmann
Juan Felipe Rivera
Robert von Sichart

Bauherr: Art-Invest Real Estate Management GmbH, Hamburg

Architekt | Innenarchitekt: LH Architekten Landwehr Henke + Partner, 20457 Hamburg

Elektroplanung: Petersen Ingenieure GmbH, Flensburg
Das Arbeiten der Zukunft hat am neuen RTL-Audio-Standort in Berlin, dem modernsten Audio-Produktionszentrum Europas, bereits begonnen. Zwecks Schaffung eines imposanten ersten Eindrucks wurde der Empfangsbereich im RTL Audio Center mit schönen Details zum Radio gestaltet. Der felsenförmige Empfangstresen ist mit Mikrofonlichtern und vertikalen Schallwänden geschmückt, die in Form einer Schallwelle beleuchtet werden. Im Hub, dem Herzstück des Centers, steht das Design ganz im Zeichen des Radios und der Musik. Unterschiedliche im RTL-Markenrot gehaltene Accessoires und Effekte wie Lichtprofile, Neonlichter, Wandgrafiken und Möbelstücke setzen abwechslungsreiche Highlights im Raum. Visuelle Bezüge zu Berlins kantigem Stadtleben verstärken den unverwechselbaren Charakter des Zentrums: Besprechungsräume im Stil berühmter Berliner Backsteinbars, gemütliche WGs und grüne Parks huldigen der ikonischen Stadt. Auffällige Beleuchtungslösungen, zu denen an Mikrofone erinnernde maßgeschneiderte Lichter gehören, und eine Lösung, die durch Baumkronen fallendes Sonnenlicht suggeriert, evozieren sowohl Assoziationen an die Musikindustrie als auch an das Stadtleben.

Der multifunktionale Standort soll Mitarbeitern und Gästen Raum zum Austausch bieten, Zusammengehörigkeit und gleichzeitig Individualität fördern, atmosphärisch und repräsentativ wirken. Orte zum Arbeiten, Austauschen und Verweilen werden durch das hochindividualisierte Innenraum- und Lichtkonzept geprägt. Letzeres stellt für jeden einzelnen Raum eine individuelle Beleuchtungslösung bereit und etabliert gleichzeitig wiederkehrende Gestaltungselemente, die ein ganzheitliches Design erkennen lassen. Neben einer zurückgenommenen Allgemeinbeleuchtung aus der Decke und in Wänden integrierten Beleuchtungslösungen im Empfangs- und Studiobereich stellte jack be nimble für das Projekt eine extensive Palette individueller Beleuchtungslösungen sorgfältig zusammengestellt. Den Charme Berlins versprühen in einzelnen Bereichen eingesetzte restaurierte Industrieleuchten, moderne Meetingraum-Lichtlösungen sowie handgefertigte Neon-Schriftzüge.

Eines der prägnanten wiederkehrenden Elemente sind die zick-zack-förmigen Leuchten an den Decken im Flurbereich, die an Radiowellen erinnern und intuitiv durch die Räumlichkeiten leiten. Wer genauer hinsieht, erkennt die individuelle Anfertigung dieser Leuchten für die offene Deckenstruktur. Ein weiteres prägendes Detail sind die Mikrofon-Pendelleuchten über dem Empfangstresen, die sofort das Thema des Ortes vermitteln.

Die Arbeitsplatzbeleuchtung der Redaktionsflächen erfolgt über nutzerindividuelle Stehleuchten. Der Indirektanteil wird über Präsenzmelder geschaltet, während die Helligkeit des Direktanteils von jedem Mitarbeiter individuell an der Leuchte steuerbar ist.

Durch die individuelle Beleuchtung der vielen Themenwelten und die übergeordneten, verbindenden Elemente entsteht ein stimmiges Gesamtkonzept, welches dem modernsten Audio-Produktionszentrum Europas vollends gerecht wird. Hier können sich Kunden und Mitarbeiter kreativ entfalten und Audioinhalte der Zukunft kreieren.

Haller Haus Hamburg

Gewinner in der Kategorie Öffentliche Bereiche | Innenraum

Lichtplanung: licht01
Katja Winkelmann
Juan Felipe Rivera
Robert von Sichart

Bauherr: Art-Invest Real Estate Management GmbH, Hamburg

Architekt | Innenarchitekt: LH Architekten Landwehr Henke + Partner, 20457 Hamburg

Elektroplanung: Petersen Ingenieure GmbH, Flensburg
Das Haller Haus, eines der repräsentativsten Werke des Hamburger Architekten Martin Haller (1835-1925) in prominenter Lage direkt neben dem Alsterhaus, wurde vollständig saniert, um die neue Hauptfiliale der Commerzbank in Hamburg aufzunehmen.

Martin Haller prägte Hamburg architektonisch wie kein Zweiter. Er baute das Rathaus, die Laeiszhalle, zahlreiche klassizistische Villen und war für den Wiederaufbau des Michels zuständig. Das von ihm ursprünglich 1899 für die Dresdner Bank entworfene Bankenpalais HALLER HAUS mit seiner imposanten Fassade und einer detailreichen historischen Kundenhalle im Inneren des Gebäudes wird als eines der schönsten Bankhäuser der Hansestadt bezeichnet.

Die Lichtplanung für die von der Bank genutzen Bereiche beinhaltet den Eingangsbereich einschließlich der zweigeschossigen SB-Zone, die Kundenhalle mit historischer Lichtdecke, die in der Halle liegenden Büro- und Beratungsflächen sowie ein historisches Treppenhaus als Nebenzugang zur Bank und zu den von der Bank genutzten Büroräumen.

Der Eingangsbereich wird durch zwei moderne Kronleuchter hervorgehoben, die aus Messingstrukturen mit circa 1600 LED-Lichtpunkten bestehen und dem hohen Selbstbedienungsbereich Volumen und angenehme Proportionen verleihen. Deckeneinbaustrahler in einem umlaufenden Deckenkanal beleuchten die Wände und heben Treppenstufen und Materialien hervor. In den Abendstunden werden die Kronleuchter und Strahler aufeinander abgestimmt gedimmt und erzeugen so eine attraktive Atmosphäre.

Im Inneren des Gebäudes gelangt man in die historische Kassenhalle mit einer ornamentierten Lichtdecke. An die Halle schließen sich die Beratungsräume und im oberen Geschoß die Büros an, die demnach mit der Halle verbunden sind. Die historische Lichtdecke wurde saniert und mit einer Farbtemperatursteuerung versehen, so dass die Tageslichtsituation auch im Halleninneren abgebildet werden kann. Die umlaufenden historischen Ornamente der Halle werden durch Stahler akzentuiert, die als Sonderanfertigung in ihrer Bauform stark minimiert und in Gesimsfarbe lackiert sind und völlig unauffällig in den Hintergrund treten. Einige der Strahler akzentuieren den Boden mit auf die jeweilige Situation angepassten Optiken.

Ein weiterer Deckenkanal vor den Beraterräumen nimmt Einbaustrahler auf, die sichtbare Lichtpunkte auf den Boden geben und so den Übergang des Hallenbereiches zu den Büroräumen markieren.

Die Glasfassade, welche die Halle von den Büroräumen trennt, wird durch eine die Räume verbindende Lichtdecke aufgelöst. Der durchgehende Lichtdeckenstreifen bewirkt, dass die kleinteiligen Räume optisch zusammengefasst werden und als ein Raum wirken.

Die Wandflächen im Hintergrund der Büros sind mit ebenfalls in Deckenkanäle integrierte Einbauleuchten versehen. Auf diese Art wird der Raum durch die Leuchtdichten auf den Wänden aufgeweitet.

Eine Wartezone mit Sitzecke wird durch einen runden Deckenrücksprung betont, der mit einer Lichtvoute hervorgehoben wird. Hier ist das Beleuchtungsniveau gegenüber den Beraterräumen zurückgenommen, um die Lounge-Atmosphäre im Raum erlebbar zu machen und den Wartenden eine angenehme Raumstimmung anzubieten.

Im angrenzenden historischen Treppenhaus wurden während der Bauarbeiten Deckenfresken entdeckt, die freigelegt und restauriert wurden. Die Decken werden durch sonderangefertigte Ringleuchten indirekt beleuchtet. Ebenfalls restaurierte Wandbilder sowie die darunter liegende Treppe werden durch an den Ringen montierte Strahler in kleiner Bauform beleuchtet und hervorgehoben. Auch hier wurde jeder einzelne Ausstrahlwinkel individuell an die jeweilige Beleuchtungssituation angepasst.

Das Beleuchtungskonzept von Licht01 geht auf die denkmalgeschützte Struktur feinfühlig ein. Das Licht verbindet die historischen mit den modernen Raumelementen und schafft so eine ganzheitliche Raumwirkung.

The Musée Atelier Audemars Piguet


Gewinner in der Kategorie Museum

Lichtplanung: Belzner Holmes und Partner Light-Design
Stephanie Schuster
Andrew Holmes

Bauherr: Audemars Piguet, Switzerland

Architekt: Bjarke Ingels Group, Denmark / CCHE Lausanne SA & CCHE La Vallée SA, Switzerland

Innenarchitekt: Atelier Brückner, Stuttgart (Ausstellungsgestaltung)

Elektroplanung: MAB- Ingenieure S.A., Morges
Das "Musée Atelier" des Uhrenherstellers Audemars Piguet in Le Brassus/Schweiz vereint das historische Produktionsgebäude und den spiralförmigen gläsernen Neubau, der von der Bjarke Ingels Group (BIG) entworfen wurde. Der Neubau beherbergt die von Atelier Brückner (ATB) entworfene Hauptausstellung.

 Der Neubau öffnet sich nach Nordwesten. Die Verwerfungen des Daches und die Westdrehung lassen auch direktes Sonnenlicht zu. Die künstliche Beleuchtung ist zurückhaltend in die einzigartige Architektur integriert. Dazu sind alle Einbauten eng mit der Architektur abgestimmt. Lediglich die Beleuchtung der Uhren und der weiteren Exponate sollte offensichtlich sein. Insgesamt führt dies zu einer sehr klaren räumlichen Wirkung, bei der sich die technischen Finessen selbstverständlich in die Architektur einfügen. Um durch die gekrümmte Glasoberfläche keine unangenehmen Spiegelwirkungen zu erzeugen, wurde ein weiterer Fokus darauf gelegt, die Besucher nicht zu beleuchten. Die Beleuchtung aller Wandflächen und Hintergründe stärkt die Transparenz des Gebäudes auch am Tag und fördert die Wahrnehmung der räumlichen Dimension.

Die Strahler konzentrieren sich in den Bereichen der Exponate und fügen sich organisch in die Architektur ein. In perfekter Symbiose wird die Architektur durch das Licht mit der Szenografie verbunden.

Um die Uhren ihrem Wert entsprechend zu inszenieren, ist es notwendig, jedes einzelne Exponat individuell hervorzuheben. Jede Uhr wird von links und rechts mit warm- und kaltweißem Licht in einem Winkel von 30° bis 45° von den Vitrinenkanten aus beleuchtet. Die Besucher können die detailreichen Exponate aus nächster Nähe ohne störende Schatteneffekte betrachten.


Alte Mälzerei Lichtenrade

Gewinner in der Kategorie Bildung

Lichtplanung: Konzeptlicht lighting solutions GmbH
Gregor Sgonina
Inga Wulf

Bauherr: Bezirksamt Berlin Schöneberg-Tempelhof

Architekt: ff-architekten, Berlin

Elektroplanung: Ingenieurbüro Trockel, Berlin
Die Alte Mälzerei in Lichtenrade bildet einen wichtigen Baustein in der Entwicklung eines geplanten Wohnquartiers im Südwesten Berlins. In dem Gebäude befinden sich auf ca. 3.100 m² Kultur- und Bildungseinrichtungen, die durch den Bezirk Tempelhof-Schöneberg genutzt werden. Die Aufgabe an die Lichtplaner bestand in der Erstellung eines für alle Bereiche durchgängigen Beleuchtungskonzepts, das auf die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Bereiche eingeht und dabei sämtliche Interessen und Bedürfnisse der beteiligten Nutzer in einem gestalterisch sowie technisch anspruchsvollen Konzept umsetzt. Die weitgehend erhaltenen historischen Oberflächen des Gebäudes wurden lediglich gereinigt, sodass der ursprüngliche industrielle Charme des Gebäudes bewahrt bleibt. Im gesamten Gebäude wurde die Technikinstallation sichtbar auf den Bestandsdecken montiert. Die Beleuchtung fügt sich dabei in die bestehende Architektur ein und setzt den Fokus auf die neu entstandenen Nutzungsbereiche des Gebäudes.

Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss befindet sich die Edith-Stein-Bibliothek. Als neues, zentrales Objekt wurde durch die Architekten eine leuchtend gelbe Stahlkonstruktion entworfen. Dieser Einbau mit Aufzug, Podesttreppen sowie einem Zwischenpodest mit Lesebereich verbindet beide Etagen und erweitert zudem den Nutzungsbereich der Bibliothek. Die über dem Luftraum angeordneten linearen Profilleuchten lassen die Konstruktion als klar erkennbares neues architektonisches Element hell erstrahlen. Die abgependelten Profilleuchten folgen in regelmäßigen Abständen der Anordnung der Stahlträger und fügen sich harmonisch in die vorgegebene Struktur des Gebäudes ein. Dies sorgt für eine klare Gliederung des Raumes und eine optimale Ausleuchtung der Regale sowie der um die Galerie im Obergeschoss angeordneten Lesebereiche. Um eine leichtere Orientierung in den Räumlichkeiten zu ermöglichen, kennzeichnen runde, abgependelte Flächenleuchten, die jeweils durch zylindrische Pendelstrahler ergänzt wurden, das Café sowie den Kinderbereich.

Der Bereich im ersten und im zweiten Obergeschoss wird überwiegend durch die Volkshochschule (VHS) für Seminar- und Schulungsräume genutzt. Der historische Zweckbau ist durch niedrige Decken und die massiven Stahlträger geprägt. Das Thema der in den Fensterachsen ausgerichteten Profilleuchten aus den unteren Etagen wird hier fortgesetzt.

Zwecks besserer Versorgung mit Tageslicht wurden die Wände zu den Fluren mit großflächigen Profilglaswänden geöffnet. Vertikal neben den Türen eingebaute Profilleuchten unterstützen diese Wirkung und lassen die Flure heller und lichter wirken. Zusätzlich werden die Wegebereiche durch zwischen den Holzbalkendecken montierte Richtstrahler, die sich flexibel an die Bestandsdecken anpassen, beleuchtet. In den Abendstunden erhellt das durch die Glaswände aus den Seminarräumen strahlende Kunstlicht die Flure.

Arnulfsteg

Gewinner in der Kategorie Außenbeleuchtung | Öffentliche Bereiche

Lichtplanung: DAY & LIGHT LICHTPLANUNG
Frank Vetter
Regine Oel

Bauherr: Landeshauptstadt München

Architekt: Lang Hugger Rampp GmbH

Bauingenieure: SSF Ingenieure AG

Elektroplanung: Rücker + Schindele Beratende Ingenieure GmbH
Seit Anfang des Jahres 2021 sind Münchner Fuß- und Radfahrer nicht mehr auf die dicht befahrenen Brücken Donnersberger- und Hackerbrücke angewiesen und können nun stressfrei den gigantischen Gleiskörper mit 37 Bahngleisen vor den Toren des Hauptbahnhofes überqueren. Dazu lösten Architekten, Bauingenieure und Fachplaner meisterlich eine schwierige Aufgabenstellung. Denn der Brückenkörper sollte abschnittsweise – bei sehr wenig erlaubten Aufstellorten für Stützen – über den laufenden Betrieb der Gleisanlage geschoben werden, ohne diesen zu beeinträchtigen. Gemeistert wurde die Aufgabe durch ein einfaches und zugleich raffiniertes Tragsystem als Vierendeel-Kasten. Das System ist kombiniert mit einem Fachwerk, dessen Ober- und Untergurt die Neigung der gesamten Brückenlänge in einer einzigen fließenden Bewegung über einen Knickpunkt verändern; vom Anfang zur Mitte langsam nach außen und zum Ende wieder nach innen klappend, bei gleichbleibender Gesamthöhe der Träger. Die Brücke vereint damit durch gekonnte Präzision das statisch erforderliche Tragkonstrukt mit einem Schwung in einer eleganten Geste, die sich - ganz im Sinne Münchens Stadtgestaltung - dezent im Stadtgefüge integriert.

Genau diese schlichte Eleganz sollte durch die Beleuchtung aufgegriffen und Form und Raum spürbar gemacht werden. Applizierte Lichtgrafiken, sichtbare Leuchtenkörper oder Blendung wurden unter der Maßgabe einer gleichmäßigen Ausleuchtung des gesamten Verkehrsraums gemäß den normativen Anforderungen vermieden. Dazu wurde entlang der Kanten der Obergurte jeweils ein nahezu unterbrechungsfreies Lichtband installiert, welches die inneren Brückenwangen und gleichzeitig die Verkehrsfläche ausleuchtet. Die Ausrichtung des Lichtbandes bleibt über die gesamte Länge gleich, während die Fläche des Obergurtes zur Brückenmitte sanft nach Außen schwingt und der Untergurt allmählich mehr Lichtauftrittsfläche bietet. Unterstützt durch die Beleuchtung wird die fließende Bewegung somit subtil wahrnehmbar.

Der Weg über Rampen und Träger ist lang. Deshalb war es wichtig, einen interessanten und angstfreien Raum zu schaffen. Durch die beleuchteten Raumbegrenzungsflächen entsteht ein abgeschlossener und geschützter Raum, während sich die Fenster für den Ausblick nach außen langsam zur Brückenmitte öffnen. Die dadurch entstehenden inoffiziellen Sitzgelegenheiten erzeugen eine Aufenthaltsqualität, die den Aussichtsbänkchen auf den Bögen der Hackerbrücke während der Sonnenuntergänge den Rang abläuft.

Signale, Hochspannungsleitungen und ICE-Waschanlage erforderten eine sehr hohe Anschlusshöhe des Brückenträgers. Im Süden als Schleife und im Norden als Spirale überwinden imposante Rampenbauwerke zusammen mit Aufzügen zur barrierefreien Anbindung diese Höhe und schaffen durch ihre individuellen Formen einen abwechslungsreichen Weg. Zwischen den Bäumen sind hohe Masten mit jeweils mehreren Strahlern einsortiert, um die Verkehrsflächen den Anforderungen entsprechend einerseits gleichmäßig auszuleuchten und andererseits die Betonstrukturen durch die punktuellen Lichtquellen skulptural buchstäblich ins Rampenlicht zu stellen.

Mittels engstrahlender Downlights in den Betonflächen der Rampenunterseiten erhielt der zwischen dem Stützenwald der Rampen neu entstandene städtische Raum eine gezielt kontrastreiche und rhythmische Ausleuchtung. So wurde statt eines Unortes ein schöner Raum anstatt geschaffen.


Neuer Wall 57, Hamburg

Gewinner in der Kategorie Außenbeleuchtung | Inszenierung

Lichtplanung: Andres + Partner - unabhängige Lichtplanung
Peter Andres
Raffael Banduch
Maja Weßels
Laura Matthias
Lisa Mykhalchuk

Bauherr: Neuer Wall 57 GmbH, Siegburg

Architekt: KPW Papay Warncke und Partner Architekten mbB, Hamburg

Elektroplanung: Petersen-Ingenieure GmbH, Flensburg
Das Konzept der Fassadenbeleuchtung für das Büro- und Geschäftshaus am Neuen Wall im Herzen von Hamburg wurde sanft auf die Architektur abgestimmt und hebt die baulichen Besonderheiten subtil hervor. Durch die bewusste Platzierung des Lichts als Uplight wird das Spiel aus Licht und Schatten, welches bereits mit dem Sonnenverlauf durch die Leibungsgeometrie beginnt, in der Dämmerung sanft fortgeführt und in der Wirkung umgekehrt.

Ziel der Lichtplanung war es, starke Helligkeitsunterschiede nach Möglichkeit auszugleichen und die verschiedenen Wahrnehmungsräume in ein kontrolliertes Leuchtdichteverhältnis zu bringen. Daher wurde das Beleuchtungskonzept der Fassade im Detail auf die bereits bestehenden Umgebungsleuchtdichten abgestimmt. Neben der Fassadenillumination sollte eine stimmungsvolle und repräsentative Beleuchtung des Eingangsbereiches für die Büroetagen am Neuen Wall geschaffen werden. Dieser nur 1,60 m schmale und 7,0 m hohe Eingangsbereich ist auf der einen Seite mit dem hellen Naturstein der Fassade verkleidet und auf der anderen Seite mit einem großen Wandbild aus Glas mit hamburgischem Motiv ausgestattet. Bei dem Lichtkonzept galt es vor allem Spiegelungen und Reflexe auf dem Glas zu vermeiden. Dafür wurden einseitig auf die Natursteinwand ausgerichtete Wandfluter eingesetzt, die über die gesamte Höhe eine sehr homogene Wandbeleuchtung erzeugen.

So wird nun nur das über 7,0m hohe homogene illuminierte Bild des Raumes gespiegelt und der Raum dadurch optisch aufgeweitet. Zusätzliche engstrahlende und hoch abgeschirmte Downlighteinheiten sorgen für direktes Licht. Diese Lichtmischung aus diffusem und direktem Licht erzeugt eine besonders angenehme Lichtstimmung in dem spannenden Eingangsbereich.

Neue Nationalgalerie

Gewinner in der Kategorie Sanierung

Lichtplanung: Arup Deutschland GmbH
Alexander Rotsch
Julian Diaz
Carolin Tietgen

Bauherr: Stiftung Preußischer Kulturbesitz vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Berlin

Architekt | Innenarchitekt: David Chipperfield Architects, Berlin

Elektroplanung: Ingenieurgesellschaft W33 mbH, 10999 Berlin
Die Neue Nationalgalerie, eine Ikone der klassischen Moderne, wurde in den Jahren 1965 bis 1968 nach Entwürfen von Ludwig Mies van der Rohe als erstes Museum auf dem Gelände des damals neu entstehenden Kulturforums in West-Berlin gebaut. Nach fast 50-jähriger Nutzung musste der Bau angemessen saniert werden. David Chipperfield Architects übernahmen die Planung und Umsetzung zur Grundinstandsetzung. Neben der behutsamen und nachhaltigen Behebung gravierender Risiken, Mängel und Schäden sollte die Neue Nationalgalerie die Anforderungen eines zeitgemäßen Museumsbetriebs erfüllen. Zur Wahrung der visuellen Integrität des Denkmals wurde so viel bauzeitliche Substanz wie möglich erhalten.

Eine Hauptaufgabe der Tages- und Kunstlichtplanung war es, unter Berücksichtigung des ursprünglichen Beleuchtungskonzepts Lösungen zu entwickeln, welche die kuratorischen, konservatorischen, funktionalen, technischen und wirtschaftlichen Anforderungen eines Museums des 21. Jahrhunderts erfüllen und gleichzeitig den hohen denkmalpflegerischen und architektonischen Ansprüchen des Gebäudes gerecht werden. Die Bewertungen aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen wie Architektur, Denkmalschutz,Kunstwissenschaft und Technik mussten dabei miteinander in Einklang gebracht werden. 
Die angestrebte bewahrende Erneuerung gelang nicht zuletzt deshalb, weil zu Beginn der Planungen intensiv auf bauhistorische Spurensuche gegangen wurde. Anhand von bauzeitlichem Fotomaterial sowie originalen Planungsunterlagen, Detailzeichnungen, Gesprächsnotizen und Bemusterungsprotokollen, die vom Archiv des Museum of Modern Art in New York zur Verfügung gestellt wurden, konnten detaillierte Einblicke in das ursprüngliche Lichtkonzept der Neuen Nationalgalerie gewonnen werden.

Die Grundinstandsetzung der Beleuchtung der Neuen Nationalgalerie erwies sich als herausfordernd, da sie möglichst unsichtbar bleiben musste. Rund 2.400 Bestandsleuchten mussten behutsam restauriert und in ihrer ursprünglichen Position im Deckenspiegel erhalten bleiben. Das Lichtbild der bauzeitlichen Leuchten im Raum und auf den Wänden war ebenso wie die Leuchten selbst schützenswertes Denkmal. Die für verschiedene Glühlampentypen der 1960er-Jahre entworfenen Leuchtengehäuse und optischen Komponenten wurden unter Verwendung neuester und für die museale Nutzung geeigneter Lichttechnik so umgerüstet, dass die ursprüngliche Lichtverteilung beibehalten werden konnte, ohne das denkmalgeschützte Erscheinungsbild zu verändern. Wie schon in den 1960er Jahren waren zahlreiche Bemusterungen und zudem einige Labortests für dieses Unterfangen erforderlich.

Die neue Lichttechnik ermöglicht trotz höherer Beleuchtungsniveaus drastische Energieeinsparungen von mehr als 80 % gegenüber der Beleuchtungsanlage des Bestands. Hinzu kommt die flexible individuelle Ansteuerung jeder Leuchte dank der neuen Lichtsteuerung, durch die auch programmierte Beleuchtungsszenarien abrufbar sind. Eine Akzentbeleuchtung durch Stromschienen und Strahler in einheitlicher Gestaltung ist als additives Element zum Lichtkonzept von Mies zu verstehen und tritt nur ausstellungsbezogen in Erscheinung.


Parkhotel Egerner Höfe

Gewinner in der Kategorie Hotel und Gastronomie

Lichtplanung: Lichtkompetenz GmbH
Joerg Krewinkel
Katja Hauser

Bauherr: PEH Betriebs GmbH, Rottach-Egern

Architekt: LSA Architekten, München

Innenarchitekt: LSA Architekten, München

Elektroplanung: Planungsbüro Mühlbach, Erding
Das 5-Sterne-Superior Parkhotel Egerner Höfe ist ein Hotel der gehobenen Luxusklasse. Die damit eingehenden Anforderungen und Ansprüche der Bauherrschaft und der künftigen Gäste waren verständlicherweise von Anfang an hoch. Ein innovatives Lichtkonzept sollte den gehobenen Charakter dieses beliebten Traditionshauses zusätzlich unterstreichen, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Hier wurde insbesondere auf blendfreie Lichtquellen für Grund- und Akzentbeleuchtung und deren formale Integration in die Architektur beziehungsweise den Innenausbau geachtet. Die Auswahl dekorativer Leuchten unterstreicht die Traditionalität des Hauses und der Region. Bespielt werden sollten die folgenden Bereiche: Hotelpark, Fassade, Zufahrt des Hotels, Parkplätze, Zimmer, öffentliche Bereiche wie Rezeption und Lobby, Aufenthaltsbereiche wie Kaminzimmer, Restaurant und Frühstücksraum, Seminarräume, SPA-Bereich mit Empfang, Behandlungs- und Ruheräumen, Saunen, Dampfbad, Pool und Fitness.

Bei dem 5000 m2 großen Außenpark war es wichtig, bei Dämmerung und vor allem bei Dunkelheit räumliche Tiefe zu generieren. Die Lichtniveaus im Innen- und Außenbereich wurden harmonisch aufeinander abgestimmt und lassen diese beiden Bereiche miteinander verschmelzen.

Ein weiteres Highlight des Projektes stellt das Gourmet-Restaurant «Dichter» mit seiner angrenzendenShow-Küche dar. Hier werden mit viel Herz und Leidenschaft die kulinarischen Köstlichkeiten und Kompositionen des Michelin Sterne-Kochs Thomas Kellermann kreiert und Feinschmecker haben Gelegenheit, dem Meister – unter Berücksichtigung der richtigen Lichtakzente – ein wenig über die Schulter zu blicken.

In Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro LSA wurden zudem weitere sehr schöne Features entwickelt, wie zum Beispiel das leuchtende Bergpanorama in der Lobby, die hinterleuchteten Dichter im gleichnamigen Restaurant, der Wassercanyon, der die Saunen einfasst, der Wasserfall sowie die hinterleuchtete Lamellenwand im SPA-Bereich. Diese Eye-Catcher unterstreichen zusätzlich die Hochwertigkeit des Objektes. Im SPA-Bereich, in dem man sich Ruhe und Erholung gönnt, wurde insbesondere auf bodennahes indirektes und blendfreies Licht gesetzt, damit die Benutzer dort ihre Seele baumeln lassen und den Alltag zumindest für eine Weile vergessen können.

Die größte Herausforderung war neben der Berücksichtigung von alten Bausubstanzen und der Integration von neuen Elementen insbesondere der enge Zeitrahmen, der bei diesem Projekt gesetzt wurde. Ab Start des Umbaus bis Fertigstellung waren es genau 12 Monate. Eine absolut präzise Planung und akribische Abstimmung zwischen den Fachplanern, Ausführenden, Leuchtenlieferanten und der Bauherrenvertretung war das absolute A und O. Trotz einiger Hürden lässt sich das Resultat mit Stolz präsentieren.

Nikolaikirche Alzey

Gewinner in der Kategorie Kulturbauten

Lichtplanung: Cybulska + Partners
Herbert Cybulska
W.D. Thonhofer
Yvonn Standtke
Antje Dietrich

Bauherr: Ev. Kirchengemeinde Alzey

Architekt: MKAD Daniel Macholz + Stephan Kummer, Darmstadt

Elektroplanung: Gerhard F. Stefan, Friedberg
Im rheinhessischen Alzey steht zentral ein gotischer Kirchenbau, der von absolutistischen französischen Kaisern wie von wechselnden Truppen im Dreißigjährigen Krieg immer wieder ausgeraubt, geplündert oder gebrandschatzt wurde. Übrig blieben gotische Außenmauern mit sehenswertem Fachwerk, eine Beweinungsgruppe – eine romanische Figurengruppe von Trauernden - sowie ein Torso des Gekreuzigten; allesamt Reststücke aus einer von kriegerischer Gewalt geprägten Epoche.

Anlässlich der Sanierung des Innenraums bewarb sich das Darmstädter Architekten Team Macholz-Kummer mit einem mutigen Entwurf zur Neugestaltung, der unter Vermeidung alles Gemütlichen und Dekorativen einen möglichst leeren, hellen, würdigen Raum vorsah. Die Ergebnisse der letzten großen Renovierung aus den 1930er Jahren wurden weitgehend rückgängig gemacht. Dem Raum wurden teilende Treppen, halbhohe Mauerversatzstücke und eine Empore ohne Orgel genommen, um ihn besser „atmen“, besser wirken zu lassen. Ein Sandstein vortäuschender dunkler Anstrich auf Säulen und Teilen des Mauerwerkes wurde entfernt, bevor ein vorwiegend weiß wirkender, aber nuanciert mit Grau- und Weißtönen abgestimmter Putz aufgetragen wurde.

Gotische Kathedralen sind Räume des Lichts. Ohne die Leuchten als Gestaltungselement zu zeigen, wurden für den Raum Lichtlösungen entwickelt, die ihn allein über die Lichtführung und Lichtqualität erlebbar machen. Das Raumkonzept der Architekten und das Konzept der Lichtplanenden gingen Hand in Hand. Ein Werkbericht, der den Gestaltungsprozess in dem sehr leeren, weißen Raum in seinen Phasen zeigt. Das Licht- und Leuchtenkonzept nimmt sich zunächst stark zurück, um dann umso größer wirken zu können.

Touching Night Skies

Gewinner in der Kategorie Projekte mit künstlerischem Hintergrund

Lichtplanung: TBSZGLR
Tobias Ziegler

Bauherr: Luminale e.V.
Dichter städtischer Lebensraum, dramatisch beleuchtete Gebäude, Straßenbeleuchtung, Industrie - es ist schwierig, die Nacht als solche in einer städtischen Umgebung zu erleben. Die Nacht wird heller und heller. Um den Nachthimmel in einer Weise wahrnehmen zu können, wie er die Künstler der Romantik inspiriert hat, muss man die entlegensten Winkel Deutschlands aufsuchen. Andererseits ist die erleuchtete Nacht auch ein Symbol der modernen Romantik. Mit seinen effektvoll beleuchteten Gebäuden ist der Frankfurter Nachthimmel einer der hellsten in Deutschland. 
„Touching Night Skies“ schafft an einem konkreten Ort (>> 50°06'44 "N 8°40'36 "E) einen Raum, in dem der Fokus auf die Erfahrung des urbanen Nachthimmels gerichtet ist. Was bedeutet die Dunkelheit in dieser Stadt für mich? Was ist vom Firmament übriggeblieben? Wo sind die Sterne? Was macht die helle Nacht mit mir? Als temporäre Installation stand „Touching Night Skies“ auf dem Rossmarkt, einem der zentralen Plätze Frankfurts, direkt unter den Wolkenkratzern. Die Besucher betraten einen tiefschwarzen Korridor, einen vieldeutigen Ort, der eine intensive körperliche Erfahrung bot. Nach ein paar Schritten innerhalb der Installation war die Stadt weder links noch rechts zu sehen - die Dunkelheit hatte die Besucher umfangen. Eingetaucht in ein schwarzes Meer, bleibt nur noch der helle Nachthimmel. Es ist dunkel und hell zugleich.

UAE Pavilion Expo 2020 Dubai

Gewinner in der Kategorie Internationales Projekt

Lichtplanung: Kardorff Ingenieure Lichtplanung Gmbh
Volker von Kardorff
Daniel Stier
Stefan Krauel
Regine Oel

Bauherr: National Media Council of the United Arab Emirates (UAE)

Architekt: Santiago Calatrava Architects & Engineers, 8002 Zürich

Elektroplanung: WME, Dubai
Der UAE Pavilion von Santiago Calatrava, eines der Hauptgebäude auf der EXPO 2022 Dubai, hatte als Gastgeberpavillon herausragende Bedeutung. Der Entwurf ist von einem Falken mit hochschwingenden Flügeln, die mit Photovoltaik bestückt sind, inspiriert. 
Bei tagsüber angelegten Flügeln zeigen die Solarzellen gen Himmel, während die in der Nacht gespreizten Flügel ihre beleuchteten Innenflächen zeigen. Die Leuchten selbst sollten laut der Prämisse von Santiago Calatrava unsichtbar sein. Für seinen monochrom weißen Pavillon setzte der Architekt ausschließlich auf Licht und Struktur. Die Freiform der Decke des groß dimensionierten Innenraums wird durch zweifachgekrümmte Lichtlinien ablesbar und erzielt ein ikonografisches Bild. Da die Nicht-Sichtbarkeit der Leuchten oberste Priorität genoss, waren die Einbaudetails außerordentlich aufwendig.

Nachwuchspreis 2022

Der Deutsche Lichtdesign-Preis vergibt Nachwuchspreis 2022 an studioteilchenwelle

Mit zwei Nominierungen in unterschiedlichen Kategorien konnte studioteilchenwelle beim Deutschen Lichtdesign-Preis 2022 zwar keinen Sieg davontragen, sich jedoch den diesjährigen Nachwuchspreis sichern. Mit diesem zeichnet die unabhängige Jury junge Büros aus, die mit der Einreichung von Projekten am Wettbewerb teilnehmen und nicht länger als drei Jahre am Markt sind.
Der kreative Kopf von Studioteilchenwelle ist Stefan Lotze, der Projekte mit seinem Netzwerk aus Planern, Kreativen, Fotografen und Künstlern durchführt. Seit 2008 können sich seine künstlerischen Interventionen kontinuierlich mit Auszeichnungen und Nominierungen bei nationalen und internationalen Awards schmücken. Bereits 2013 war studioteilchenwelle in der Kategorie Lichtkunst für den Deutschen Lichtdesign-Preis nominiert. Sein Lichtplanungsbüro gründete Stefan Lotze vor drei Jahren.

 
Die Projekte und Installationen sind von Lichtkunst mit architektonischen Bezügen respektive von Architekturlicht mit kreativen konzeptionellen Ansätzen geprägt.

Ehrenpreis der Jury

Ehrenpreis der Jury des Deutschen Lichtdesign-Preis 2022 für Harald Hofmann

Der promovierte Elektrotechniker Harald Hofmann gehört seit mehr als 40 Jahren zu den profiliertesten Köpfen der Lichtplanung. Für seine Aktivitäten in Praxis, Forschung und Lehre wurde ihm jetzt von der unabhängigen Jury des Deutschen Lichtdesign-Preis der Ehrenpreis verliehen.
Bereits kurz nach seiner Promotion begann Harald Hofmann 1979 seine Hochschul-Karriere mit der Tätigkeit als Honorarprofessor für Entwerfen und Beleuchtungstechnik im Fachbereich Architektur der TU Darmstadt. Im selben Jahr nahm er bei der ERCO GmbH in Lüdenscheid seine Tätigkeit als Leiter des Bereichs Lichttechnische Entwicklung und Anwendungstechnik auf, die er bis 2003 ausführte. Im Anschluss widmete er sich bei der Osram AG bis 2010 der Forschungskoordination und Forschungsberatung auf dem Gebiet LED-Technik im Rahmen des BMBF-Projekts „Optische Technologien“. Seit 2011 leitet Harald Hofmann an der TU Darmstadt im Fachbereich Architektur die Arbeitsgruppe Licht im Fachgebiet Entwerfen und Gebäudetechnologie.

Auch an anderen Hochschulen machte sich der Träger des diesjährigen Ehrenpreises, der als Berater für Architektur- und Planungsbüros sowie Unternehmen tätig ist, in der Lichtplanung verdient. An der Hochschule Wismar lehrte er im Master-Studiengang Architectural Design und an der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW in Winterthur im Bereich Professionelle Lichtplanung in der Architektur.

Besonders erwähnenswert unter seinen Publikationen ist das 1992 im Verlag Vieweg erschienene Handbuch der Lichtplanung, das 1995 mit dem Deutschen Preis für Kommunikationsdesign ausgezeichnet wurde.

LICHTDESIGNER DES JAHRES 2022

Klassische Fachplanung und State-of-the-Art-Technologie von Licht 01

Sie beleuchten Hotels und Verwaltungsgebäude, sanieren feinsinnig bestehende Beleuchtungsanlagen wie beispielsweise im Ernst Barlach Haus in Hamburg, illuminieren subtil Fassaden und entwickeln, wenn nötig, Sonderleuchten. Häufig sehen sie sich bei ihren Aufgaben mit strikten denkmalpflegerischen Auflagen konfrontiert. Ziel ist immer ein architektonisches Beleuchtungskonzept, das die bauliche Grundidee stützt und dabei einen ästhetischen Mehrwert bietet. Zum optimalen gemeinsamen Verständnis macht Licht 01 seine Ideen vorab durch Visualisierung oder Versuchsaufbauten erlebbar.
Beim diesjährigen Lichtdesign-Preis haben Gründerin und Inhaberin Katja Winkelmann und ihr sechsköpfiges internationales Team aus Architekten, Ingenieuren, Designern und Lichtdesignern mit drei Projekten begeistert, die von der unabhängigen Jury nach persönlicher Inaugenscheinnahme auf die Shortlist gesetzt wurden. Dazu gehören das Luxushotel Fraser Suites in Hamburg in der Kategorie Außenbeleuchtung / Inszenierung und das Vier-Sterne-Plus-Hotel Das James an der Flensburger Förde in der Kategorie Hotel und Gastronomie. 
Endgültig durchsetzen konnte sich das vollständig sanierte Haller Haus, das in der Kategorie Öffentliche Bereiche / Innenraum den Sieg für sich entschieden hat. Die Lichtplanung für die heute von der Commerzbank genutzen Bereiche beinhaltet den Eingangsbereich einschließlich der zweigeschossigen SB-Zone, die Kundenhalle mit historischer Lichtdecke, die in der Halle liegenden Büro- und Beratungsflächen sowie ein historisches Treppenhaus als Nebenzugang zur Bank und zu den von der Bank genutzten Büroräumen.

Im diesjährigen Wettbewerb erwies sich Licht 01 über alle Kategorien durch die Auszeichnung sowie Nominierungen und Besuche als erfolgreichstes Büro und wurde von der Jury des Deutschen Lichtdesign-Preis als Lichtdesigner des Jahres 2022 ausgezeichnet.

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