Solar Decathlon Europe 21/22
JUNG freut sich, im diesjährigen Wettstreit der Architekturfakultäten im Rahmen des „Solar Decathlon Europe 21/22“ gleich zwei Studententeams zu unterstützen. Mit den Projekten RoofKIT des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und coLLab der HFT in Stuttgart sind zwei innovative Bauten entstanden, die das klimagerechte Bauen der Zukunft einen weiteren Schritt in greifbare Nähe rücken. JUNG hat beide Teams mit modernster Elektroausstattung, innovativer Smart Home Technologie sowie viel Elektro-Knowhow unterstützt. Das Finale des Wettbewerbs fand vom 10. bis 26. Juni 2022 in Wuppertal statt, wo die Demonstratoren auf dem Solar Campus errichtet wurden. Das Team des KIT konnte mit dem Projekt RoofKIT im SDE 21/22 den Sieg erringen.
Gewinnerteam RoofKIT aus Karlsruhe
Die Gewinner des Solar Decathlon Europe in Wuppertal stehen fest: Das Team RoofKIT aus Karlsruhe hat die Deutschlandpremiere in Wuppertal des weltweit größten universitären Wettbewerbs Solar Decathlon für sich entschieden. Die Studierenden des Karlsruher Instituts für Technologie haben in den Disziplinen des solaren Zehnkampfs insgesamt die meisten Punkte erzielt – und damit das überzeugendste Konzept für das klima-
freundliche Weiterbauen präsentiert. Auf dem zweiten Platz folgt das Team VIRTUe aus Eindhoven. Den dritten Platz teilen sich die Teams AuRA aus Grenoble und SUM aus Delft. Das ebenfalls von JUNG unterstützte Team coLLab der HFT Stuttgart belegte mit dem 8. Platz das solide Mittelfeld. JUNG gratuliert allen Teams.
Solar Decathlon Europe 21/22 treibt klimafreundliches Bauen im Bestand voran
„Der Sieger ist das Klima. Durch ihre innovativen Beiträge haben die Teams gezeigt, dass Klimaschutz gelingen kann, wenn wir uns den Herausforderungen gemeinsam stellen. Die praktische Umsetzung der gestellten Aufgaben zeigt uns innovative Möglichkeiten, wie wir die Stadt von morgen gestalten können“, freut sich Dr. Patrick Graichen, Staatssekretär im BMWK bei der feierlichen Abschlussveranstaltung.
Der Solar Decathlon Europe hat sich bisher auf die technisch-architektonische Lösungssuche für den Einsatz regenerativer Energien im Neubau begeben. Der SDE 21/22 thematisierte nun erstmalig das Bauen im Bestand und rief die Studierendenteams dazu auf, innovative Beiträge zu Erweiterung, Baulückenschließung und Aufstockung zu erarbeiten.
RoofKIT
Die Bauindustrie verbraucht große Mengen energetischer Ressourcen und produziert Tonnen an Abfällen. Dass der Gebäudesektor schon heute mit einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft vereinbar ist, zeigen Studierende und Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie im interdisziplinären Projekt RoofKIT, das durch Aufstockung bisher ungenutzte Flächenressourcen auf Gebäudedächern erschließt. „Die Stadt von heute wird die Ressource für die Stadt von morgen sein. Dazu braucht es ein neues Verständnis von Bauen“, erläutert Professor Dirk Hebel, der das Projekt gemeinsam mit Professor Andreas Wagner an der KIT-Fakultät für Architektur leitet. „Wir müssen alle konstruktiven Details neu denken, um unsere zukünftigen Gebäude auf einen solchen Wandel vorzubereiten.“ Um zu demonstrieren, wie diese neue Art des Bauens aussehen kann, hat das Team vorgefertigte Holzmodule entwickelt, die einen schnellen, preisgünstigen und effizienten Bauprozess ermöglichen. Für eine optimale Raumnutzung wurden flexible Grundrisse nach dem Shared-Places-Konzept entwickelt. Die Module zur Dachaufstockung basieren auf wiederverwendeten oder recycelten Bauteilen und bestehen hauptsächlich aus natürlichen Materialien. Die benötigte Energie wird von Solaranlagen erzeugt. Ein intelligentes Energiemanagement regelt die Interaktion zwischen allen Teilsystemen der Haus- und Elektrotechnik. Die Steuerung der Elektrotechnik basiert auf einem innovativen JUNG KNX RF System. RF steht dabei für Radio Frequency und nutzt Funk als Übertragungsmedium für den Datenaustausch von Sensor und Aktor im KNX System. KNX RF eignet sich besonders bei Sanierungsprojekten, wenn das Verlegen von neuen bzw. weiteren Datenleitungen für die smarte Gebäudesteuerung nicht möglich ist, so wie hier im Falle des Demonstrators – aber auch im Fall einer realen Aufstockung. Diverse Sensoren wie u. a. ein CO2-Sensor oder eine KNX Wetterstation ergänzen das System. Die Bedienung erfolgt manuell über KNX Taster des Programms LS 990 in Schneeweiß matt oder über ein Tablet. Via KNX DALI-Gateway wird zusätzlich die intelligente Lichtsteuerung ermöglicht.
Fotos: © Zooey Braun
Foto: © Luisa Claus
coLLab
Auch das coLLab-Team der Hochschule für Technik in Stuttgart entschied sich für die Aufgabenstellung einer Aufstockung. Die Studierenden wählten für ihr Aufstockungs- und Sanierungskonzept ein Universitätsgebäude (Bau 5) auf dem Innenstadtcampus der HFT Stuttgart, ein typisches Gebäude aus den 1950er-Jahren in Beton-Skelettbauweise. Durch den Bau neuer Studentenwohnungen soll das Projekt dazu beitragen, den Campus in ein lebendiges Stadtviertel zu verwandeln und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum schaffen. Dazu entwickelte das coLLab-Team eine zweigeschossige, möglichst leichte Holzkonstruktion, die auf einem Raster basiert, in das die einzelnen Wohnungen als Bausteine eingesetzt werden. Durch eine Anpassung des Rasters ist das System auf andere Bestandsgebäude übertragbar. Die Fassaden bestehen aus recyceltem Holz. Organische PV (OPV)-Kollektoren an Fassade und Dach sind so installiert, dass sie neben dem Energieeintrag gleichzeitig den größtmöglichen Nutzen für den Innenraumkomfort beitragen. Sie blocken die hochstehende Sonne im Sommer, lassen jedoch tiefstehende Wintersonne weit in das Gebäudeinnere eindringen. Im unteren Teil der Fassade wird zur Temperierung und Verbesserung des Stadtklimas ein Fassadenbegrünungssystem eingesetzt. Zur Unterstützung der natürlichen Belüftung kommt ein Solarkamin zur Anwendung. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe wird dabei genutzt, um der vorgewärmten Luft des Solarkamins Wärme zu entziehen. Ein Wasserspiel kühlt zudem zusätzlich passiv. Die Elektroausstattung des 1:1 Demonstrators auf dem Solar Campus wurde durch JUNG mit EnOcean-Funkwandsendern ausgestattet, die ohne aufwändige Verkabelung mittels Funk die Beleuchtung und Verschattung steuern. Die Wandsender werden einfach per Klebepads oder Tragring montiert. Weiterhin kamen verschiedene Steckdosen der LS Serie als Unterputz- und Aufputzschalter zum Einsatz, sowie ein innovative Outdoor-Steckdosen zum Laden von E-Bikes.
Fotos: © Luisa Claus, Lars Roth, Clarissa Werner, Evelyn Göckler, Hannes Greule